Wider die einseitige Betrachtung von Biases
Wenn wir unsere Vernunft als Werkzeug betrachten, das nur im Dienste unseres Wollens tätig ist, wird offensichtlich, dass es erst einmal nichts Schlechtes ist, nicht im Sinne des wissenschaftlichen Ideals ‚neutral‘ zu sein. Erst der Wunsch, erst das Anstreben eines Zieles führt dazu, dass unser Denken die Aufgabe übernimmt, nach Argumenten und Lösungen zu suchen. Es ließe sich provokant die Behauptung aufstellen, dass die Gedankentiefe mit der Intensität des Wollens zusammenhängt, auch wenn dadurch natürlich keineswegs automatisch Defizite in puncto Intelligenz und Bildung ausgeglichen werden.
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Spezieszugehörigkeit als Antwort auf das Argument der "menschlichen Grenzfälle"
Ich hatte mich am Wochenende ausführlicher mit dem Argument der „menschlichen Grenzfälle“ beschäftigt. Dieses Argument fragt nach der ethisch relevanten Eigenschaft, die Menschen generell von anderen Tieren trennt, sodass eine grundsätzliche Andersbehandlung von Menschen statthaft wäre. Ich bekam mehrere Rückmeldungen, dass es immer wieder vorkommt, dass das bloße Mensch-Sein, also die Spezieszugehörgkeit, vom Gegenüber als befriedigende Auflösung wahrgenommen wird. Eine Antwort, mit der sich anscheinend viele in der veganen Szene schwertun, also gehen wir diesen klassischen antiveganen Einwand mal kurz durch.
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Das Argument der „menschlichen Grenzfälle“
Bevor wir uns dieses Argument und die Kritik daran genauer anschauen, möchte ich mal eine grundsätzliche, für die Szene wichtige sowie für das Argument relevante Grundsatzüberlegung ausformulieren. Es geht dabei nicht um ‚bahnbrechende‘ neue Überlegungen, sondern es geht um Überblick, um Klarheit. Wir müssen den Veganismus ‚von außen‘ betrachten können – so, wie ich ein Haus nicht vollständig beschreiben kann, wenn ich es nur von innen gesehen habe.
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Richard Zoozmann
Zoozmanns Werke sind bedauerlicherweise heute kaum noch günstig greifbar und wurden so gut wie gar nicht digitalisiert, sodass ungeklärt bleibt, in welchem Umfang er sich für Tierschutzfragen interessierte. Hier könnte nur eine umfassende Recherche in der Berliner Staatsbibliothek Abhilfe schaffen. Zumindest in seinem Zitaten- und Sentenzenschatz finden sich gleich mehrere Tierschutz-Zitate.
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Karl Gustav Nieritz
Für die Geschichte des deutschen Tierschutzes ist Karl Gustav Nieritz aufgrund seiner Erzählung „Fedor und Luise, oder: Die Sünde der Thierquälerei“ aus dem Jahre 1843 von Interesse. Sie gehört zu den frühesten deutschen Tierschutzwerken, die sich an Kinder wendeten und somit auf die ‚Herzensbildung‘ des Nachwuchses abzielten. Das Buch erzählt die Geschichte einer armen Familie, die den Rahmen dafür bildet, zahlreiche Fragen des Tierschutzes zu behandeln.
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Karl Julius Weber
Webers Haltung zum Tierschutz und zum Vegetarismus ist von einer auffälligen Widersprüchlichkeit geprägt und steht somit vielleicht durchaus sinnbildlich für eine Zeit, in der die Selbstverständlichkeit, mit der tierliche Interessen unberücksichtigt blieben, zunehmend fragwürdig wurde. Ihm war aufgrund seiner umfassenden Bildung bewusst, dass eine fleischlose Kost auch langfristig gut möglich ist, und meinte, dass sie auf die ‚sanfte Seele‘ einen ungemeinen Reiz ausüben würde, aber der Mensch sei dafür inzwischen bereits zu abgestumpft und da wir unseren Tieren Schutz und Unterschlupf gewähren, sei es uns erlaubt, die Stelle des Raubtieres einzunehmen.
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